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Ostsee
Rennbahn auf Erfolgskurs
Die
älteste Galopprennbahn auf dem europäischen Festland wurde im
Jahr 1823 zusammen mit einem Regelwerk über Galopprennen nach
englischem Vorbild in landschaftlich malerischer Umgebung zwischen
Doberan und dem Ostseebad Heiligendamm vom Großherzog von Mecklenburg-Schwerin
gestiftet. Im Jahr zuvor hatte er den ersten Galopprennverein
des deutschen Reiches, den "Doberaner Rennverein", gründen lassen.
Da
Doberan die großherzogliche Sommerresidenz war, fanden alljährlich
im August unter der Schirmherrschaft des Großherzogs auf der ständig
erweiterten und zwischen 1825 und 1890 um Tribünen- und Funktionsbauten
ergänzten Rennbahn die Doberaner Galopprenntage statt. Neben der
regionalen Bevölkerung wohnten gekrönte Häupter und Adlige aus
allen Teilen des Reiches und dem Ausland diesen Veranstaltungen
bei. Im Jahr 1872 feierte der deutsche Turf "50 Jahre Doberaner
Rennverein - Galopprennsport in Deutschland" auf der Ostseerennbahn.
Nur durch den Ersten Weltkrieg und die nachfolgenden wirtschaftlichen
Wirren für einige Jahre unterbrochen, fanden die Galopprennen
bis zum Jahr 1939 statt.
Bereits
vier Wochen nach Ende des Zweiten Weltkrieges bemühte sich ein
Offizier der Sowjetarmee, die einige Jahre unterbrochene Tradition
wieder aufleben zu lassen. Das gelang jedoch nicht und in einem
strengen Winter fielen die Tribünen und sonstigen Bauten dem Heizbedarf
der Flüchtlinge, der Besatzungsarmee und der örtlichen Bevölkerung
zum Opfer. Anfang der Sechziger Jahre überführten die Behörden
das Gelände in landwirtschaftliche Nutzung; ein Teil wurde Bauschuttdeponie.
Nach
dem Zusammenbruch der DDR entwickelte der demokratisch gewählte
Bürgermeister Bad Doberans gemeinsam mit dem deutschen Galoppsport-Dachverband
im Jahr 1990 die Vision, die Ostseerennbahn wieder aufzubauen.
Dazu gründete sich 1991 der "Doberaner Rennverein e.V. von 1822"
neu. Von vielen Insidern als utopisches Vorhaben belächelt, gelang
es jedoch, pünktlich zur 200-jährigen Jubiläumsfeier des ältesten
deutschen Seebades Heiligendamm am 7. August 1993 den ersten Vollblut-Galopprenntag
seit 1939 unter großer Anteilnahme der Bevölkerung und der Presse
auf der neu erstandenen Ostseerennbahn durchzuführen.
Seitdem
findet alljährlich im Hochsommer das "Ostsee-Meeting" an mehreren
aufeinanderfolgenden Tagen statt. Es ist mittlerweile fester Bestandteil
des deutschen Turfkalenders. Bei Trainern und Besitzern ist es
wegen des vorzüglich gepflegten, fairen Geläufs und bei Galoppsportfans
und Touristen wegen der Symbiose zwischen gesellschaftlich ansprechendem
Zeitvertreib und Badeurlaub an der Ostsee sehr beliebt. Entgegen
dem allgemeinen Trend verzeichnet das Ostsee-Meeting stetig steigende
Zuschauerzahlen und Wettumsätze.
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